Entdecken und wohlfühlen

Flusskreuzfahrten liegen im Trend

 

Sanftes Dahingleiten, überwältigende Aussichten, blaues Wasser und frische Luft als ständige Begleiter. Die Flusskreuzfahrt ist wahrscheinlich die komfortabelste und gemütlichste Art zu reisen. Flusskreuzen, das bedeutet auch Reisen im Einklang mit der Natur.

„Leinen los“ heißt es in wenigen Minuten.

Ich begleite ein Viking Flusskreuzfahrtschiff mit 180Passagieren an Bord auf seiner Rheintour von Düsseldorf nach Basel. Europas am stärksten befahrene Wasserstraße verspricht Romantikern wie Kulturbeflissenen eine spannende Reise. Für die nächsten vier Nächte und die vor uns liegenden 580 Kilometer, wird das Schiff unser schwimmendes zuhause sein.

Nach dem „check-in“ an Bord und dem Bezug unserer Außenkabinen, beginnt der erste Abend mit Kapitän Alexandre Krieger und seiner Crew, die uns zum Willkommenscocktail in die Lounge des Schiffes einladen und uns eine unvergessliche Reise auf Deutschlands berühmten Strom versprechen.

Doch zunächst beeindruckt Vater Rhein keineswegs durch Schönheit, es sei denn man hat ein Faible für die riesigen Industrieanlagen, die das Ufer bis kurz hinter Bonn säumen. Während unser Schiff mit knapp 16 Stundenkilometer gemächlich den Rhein hinauf gleitet, genießen wir unser erstes Abendessen an Bord. Den Gaumenfreuden widmet Chefkoch Udo Sanderring höchste Aufmerksamkeit. Mittags und abends gibt es 4, bzw. 5-Gang-Menüs. Zur Auswahl stehen täglich verschiedene Alternativen, immer auch vegetarische Varianten. Dahaben wir die Qual der Wahl. „Ein guter Urlaub und ein gutes Essen gehöreneinfach zusammen“, weiß Sanderring, der bereits einige Jahre auf Hochsee als Koch tätig war und uns aus seiner 120 Quadratmeter großen Schiffsküche mit seinem 7-köpfigen Personal mehrmals täglich lukullisch verwöhnen wird. Im Restaurant kümmert sich Restaurantleiter Istvan Kótel um unser Wohlergehen und schaut, ob sich auch jeder Passagier wohlfühlt. Nach dem Dinner lassen wir unseren ersten Abend bei dezenter Live-Musik in der Lounge und an der  Bar ausklingen.

 

Einfach die Seele baumeln lassen 

Unsere erste Etappe führt uns bis Köln.Die Domstadt ist bekannt für ihren Karneval und ihr berühmtes Bier, das Kölsch.Hier gehen wir vor Anker und besichtigen am nächsten Morgen eine der ältesten Hochburgen des Katholizismus. Zwölf romanische Kirchen prägen das Stadtbild.Dominiert wird das Panorama vom Wahrzeichen Kölns, den Dom, der oberhalb von Altstadt und Rhein unter dem Schutz der UNESCO steht. Auf Schritt und Tritt begegnen wir Zeugnisse der über 2000-jährigen Geschichte der Rhein-Metropole. Gegen Mittag legen wir ab und nehmen Kurs auf Koblenz. Den Rest des Tages verbringen wir an Bord. Der mittlerweile einsetzende Regen sorgt in diesem Fall für zusätzliche Gemütlichkeit. Der Abend steht zur freien Verfügung. Ich schließe mich einer Weinprobe an, die auf einem Winzergut in der Nähe stattfindet. In einem urigen Weinkellergewölbe, nur durch Kerzen in romantisches Lichtgetaucht, probieren wir uns durch verschiedene Weißweine der Region.

 

Naturspektakel der besonderen Art 

Eine „Seh-Fahrt“ der ganz besonderen Art, erwartet uns am nächsten Morgen. Die Oktobersonne taucht meine 14,5 Quadratmeter große Kabine in goldenes Spätherbstlicht. Das Frühstück vom reichhaltigen Buffet spare ichmir. Nur ein Cappuccino. Dann geht es hoch aufs 131,80 lange und 11,40 breite Sonnendeck, um den Rhein in seiner schönsten Form zu genießen. Azurblauer Himmel, eine strahlende Oktobersonne, Weinberge die die zahlreichen Burgen umschmeicheln – Motive wie aus einem Heimatfilm. Und dann taucht ein weiteres  Highlight vor uns auf: die Loreley. Der mächtige Fels im Mittelrheintal, um den sich soviele Legenden und Sagen ranken - ein ewig touristischer Evergreen. Hier bilden die wild zerklüfteten Flussufer und die rund 40 Burgen, Ruinen und Kastelle links und rechts des Rheins ein einzigartiges kulturlandschaftliches Gesamtkunstwerk. Auch diesen knapp 60 Kilometer lange Flussabschnitt erklärte die UNESCO zum Weltkulturerbe. Fast lautlos gleitet  unser Schiff dahin, im „Schlepptau“ zahlreiche Binnenfahrtschiffe.

Soviel geballtes Sight-Seeing macht hungrig. Um 10.30 Uhr lädt Chefkoch Udo Sanderring zum „Rheinischen Frühschoppen“ ein. Spanferkel, Sauerkraut und Kölsch stehen auf dem kulinarischen Plan. Ein Geschmackserlebnis, besonders für die spanische Reisegruppe, die ebenfalls mit an Bord ist. Schier erstaunt darüber, was der Rheinländer vormittags so zu sich nimmt, lassen sie es sich nach anfänglicher Skepsis ebenfalls schmecken.

Am frühen Nachmittag legen wir in Mainz an. Von dort geht es mit dem Bus wahlweise nach Speyer und Worms oder nach Heidelberg. Die meisten entscheiden sich für die berühmte Universitätsstadt, in der ElvisPresley im zweiten Weltkrieg als GI stationiert war. Bestimmt wird das Heidelberger Stadtbild von dem über dem Neckar thronenden Schloss. Seit seiner Zerstörung im17. Jahrhundert ist die ehemalige kurfürstliche Residenz zwar eine Ruine geblieben, seine Lage und Schönheit machen sie aber zu einer derf aszinierendsten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Und die pittoreske Altstad tzu Füßen des Schlosses, ziehen jährlich Touristen aus aller Welt an. Wir streifen durch verträumte Gassen und verweilen auf idyllischen Plätzen, bevor es gegen 18 Uhr mit dem Bus nach Mannheim geht. Hier nehmen uns die Besatzung und die an Bord gebliebenen Mitreisenden in Empfang. Unseren all abendlichenCocktail und das sich daran anschließende 5-Gänge- Abendessen genießen wir nach diesem sehenswürdigen Tag ganz besonders.  

 

Flusskreuzfahrten sind wie Live-Kino 

Nur einen Katzensprung über die Europabrücke, die Deutschland und Frankreich verbindet, liegt Straßburg, unser letzter Aufenthalt vor unserem endgültigen Reiseziel Basel. Sofort spüren wir den Charme der 276.867 Einwohner Elsass-Metropole. Die verwinkelten Gassen der Altstadt und das historische Gerberviertel „Petite France“ am Ufer der Ill, ziehen uns inihren Bann. Und an den verwinkelten kleinen Kanälen und dem sandsteinfarbenen gotischen Münster können wir uns kaum satt sehen. In ihm befindet sich die berühmte astronomische Uhr. Ihre präzise funktionierenden Automaten ziehen täglich eine Vielzahl von Besuchern an. Im architektonischen Gegensatz zur historischen Altstadt steht das moderne europäische Viertel mit seinem Europapalast und dem Europaparlament. Wer in Straßburg ist, sollte es nichtv ersäumen einer der zahlreichen Restaurants und Brasserien aufzusuchen. Ist das Elsass doch berühmt für seine hervorragende Küche und erlesenen Weine.

Amspäten Nachmittag geht es zurück aufs Schiff. Denn dort erwartet an uns an diesem letzten Abend das obligatorische „Captain`s Dinner.“ Gemeinsam mit Kapitän Alexandre Krieger genießen wir noch einmal die Kochkünste von Udo Sanderring. Höhepunkt die Eisbombe, präsentiert in der traditionellen Parade, inklusive brennenden Wunderkerzen.

580 Kilometer Flusskreuzfahrt liegen hinter uns. 9 Schleusen wurden auf dieser Rheintour von Kapitän und seiner Nautic-Besatzung souverän gemeistert. Und dank Schiffskoch Udo Sanderring und seiner Küchenbrigade,sahen wir uns täglich mit einem kulinarischen Feuerwerk konfrontiert. Um uns ind en knapp fünf Tagen lukullisch zu verwöhnen, benötigte die Schiffsküche unter anderem rund 2500 Eier. 50 Kilogramm Fleisch und zirka 35 Kilogramm Fisch fanden den Weg auf unsere Teller. Dazu kamen noch einmal 200 Kilogramm Kartoffeln, 45 Kilogramm Tomaten und 40 Kilogramm Gurken, sowie 16 Kisten verschiedener Salate und rund 350 Kilogramm Obst. Von weiteren Beilagen, Käse und Süßspeisen einmal abgesehen.

Seit einigen Jahren fahren komfortable und luxuriös ausgestattete Schiffe auf zahlreichen Flüssen dieser Welt und bringen ihre Passagiere über wundervolle Wasserwege zu sehenswerten Orten.

Und keine Angst vor Seekrankheit. Da es auf Flüssen keinen hohen Wellengang gibt, kann gar nichts passieren. Somit sind Flusskreuzfahrten auch für sensible Naturen mit empfindlichen Mägen empfehlenswert.

 

 

                                                                         Text + Fotos:  © Simone Brockes

                                                                        www.presseagentur-brockes.de

 

Weitere Infos unter:

www.vikingrivercruises.com 

 

 

BUCHTIPPS:

Unterwegs zwischen Basel und Amsterdam, Trier und Frankfurt

 

1. Auflage 2010, 372 Seiten, komplett in Farbe
208 Fotos, 2 Klappkarten, 26 Stadtpläne, Übersichtskarten und Grundrisse
ISBN 978-3-89794-164-9
Preis: 14,95 Euro

Der Rhein gehört zu den interessantesten Flüssen Europas. Er ist Verkehrsweg und Lebensader, Heimat von Sagen, Mythen und Legenden, Sehnsuchtsort und Mittelpunkt hinreißender Kulturlandschaften. Mittelgebirgsartige Höhenzüge und ausgedehnte Ebenen säumen ihn, an seinen Ufern liegen Großstädte und beschauliche Orte sowie in einer erstaunlichen Dichte zahlreiche romantische Schlösser und Burgen. Flusskreuzfahrten zwischen Basel und Amsterdam gehören seit vielen Jahren zu den Klassikern unter den Flussreisen. Abstecher führen in aller Regel auch zu den Kulturlandschaften an Main und Mosel.

Dieser Reiseführer richtet sich speziell an Kreuzfahrtreisende. Alle an Rhein, Main und Mosel liegenden Städte und Landschaften werden ausführlich vorgestellt. Hinweise zu den Besonderheiten des Bordlebens, genaue Karten für die Landgänge und aktuelle Reisetipps helfen bei der Reisevorbereitung und ermöglichen eine genaue Orientierung vor Ort.

 

 

Ein Kreuzfahrtkrimi 

Eine Kreuzfahrt ist eine Traumreise, und nebenbei ist sie die sichertse Reiseform der Welt. Zumindest glauben das die Passagiere der „Grazia di Mare“, als sie auf ihrem Traumschiff den Hafen von Fort Lauderdale zu einer Transatlantikreise verlassen. Was keiner der Passagiere weiß: Unter ihnen befindet sich ein Terrorist, und der macht keinen Urlaub. Kaum erreicht das Schiff den offenen Atlantik, bricht Stück für Stück die Hölle aus. Der engagierte Chef der Bord-Security, der junge Israeli Gil-Mosche Rosenbaum tritt ihm in einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit um die „Grazia die Mare“ und das Leben der Menschen an Bord entgegen... Ein fesselnder Krimi, der sowohl Kreuzfahrt-Neulinge wie -Fans gleichermaßen auf 5-Sterne-Niveau unterhalten dürfte und ganz nebenbei spannende Details und wissenswerte Infos rund um Deck, Bug und Bordbetrieb auf dem Silbertablett serviert. T.A. - Transatlantik.

Spannend und unterhaltsam geschrieben. Absolut empfehlenswert - nicht nur auf Kreuzfahrten. 


  

Autor: Stefan Schöner

Titel: T.A. - Transatlantik

Verlag: Westflügel Verlag

284 Seiten, Taschenbuch

Preis: 19,90 Euro, ISBN: 978-3-939408-14-7

 

Hier könnte Ihre Anzeige stehen.

 

Für nur 29,90 Euro im Monat.