Das Meer vor Augen, die Pyrenäen im Rücken: Willkommen an der Côte Vermeille = der Purpurküste


Blick auf die romantische Bucht von Collioure.      Foto: Simone Brockes

Wo der Süden Frankreichs zuhause ist:

Collioure, das Juwel der Côte Vermeille


Die Côte Vermeille – die Purpurküste – ist der südwestlichste Abschnitt der französischen Mittelmeerküste, unweit der spanischen Grenze. Felsige Buchten, kleine Strände, romantische Fischerhäfen und pittoreske Ortschaften versprühen einen einzigartigen Charme. Schon berühmten Künstlern und Malern wie Matisse, Derain, Dufy oder Picasso und Dalí, galt diese Region als Quelle der Inspiration.


Typisch französisch-katalanische Fischerboote im kleinen Hafen von Collioure.                                                                  Foto: Simone Brockes


Entlang der östlichen Pyrenäenausläufer erstreckt sich die Côte Vermeille von der Plage Racou südlich von Argelès-sur-Mer bis zur spanischen Grenze bei Cerbrère. Die  historische Provinz im Süden Frankreichs gehört zur Kulturlandschaft Roussillon. Bis zum Pyrenäenfrieden 1659 gehörte das gesamte Roussillon zu den Ländern der Krone von Aragón und zeitweise auch zum Königreich Mallorca. Lange Zeit war es zwischen Frankreich und Spanien umstritten. Das Gebiet entspricht dem heutigen Départment Pyrénees-Orientales mit Perpignan als Hauptort. Bis heute ist dieser Landstrich katalanisch geprägt.

Einer der kleinen, feinen Stränden von Collioure. Liegenverleih und Strandbuden sucht man hier vergebens. Foto: Simone Brockes

Der Zauber von Collioure

Der kleine katalanische Hafen von Collioure liegt geschützt in einer Bucht, dort, wo sich das Wasser des Mittelmeers und die Felsen der Pyrenäen mischen. Ein außergewöhnliches Klima und viel Sonnenschein, garantiert durch die Tramontane, machen Collioure zu einem einzigartigen Ort, an dem die katalanische Lebenskunst ihren Ursprung hat. Sand- und Kiesstrände, Buchten und kristallklares Wasser ermöglichen perfekten Strand- und Tauchurlaub. Gleichzeitig wartet das Hinterland nur darauf entdeckt zu werden.

Das kleine Küstendorf Collioure mit seinen rund 3200 Einwohnern, etwa 26 Kilometer von der spanischen Grenze entfernt, in der Region von Languedoc-Roussillon, ist ein wahres Juwel an dieser Felsenküste. Der kleine Hafen mit seinen typisch katalanisch bemalten Fischerbooten, schmiegt sich in eine geschützte Bucht.

Collioure ist wunderbar und leicht zu Fuß zu entdecken. Wer es dennoch bequemer liebt, der nimmt den kleinen touristischen Straßenzug. Von Collioure über Port-Vendres bis hoch zum Fort Saint-Elme, ermöglicht dieser diese französisch-katalanische Landschaft auf angenehme und originelle Art zu erfahren – im wahrsten Sinne des Wortes. Im Fahrpreis inbegriffen sind kostenlose kleine Kopfhörer, die in der gewünschten Sprache alles Wesentliche, rechts und links des Weges, erklären. Oder man lauscht dem Fahrer, der jedoch nur französisch spricht.

In einer der hübschen Gassen in der Altstadt von Collioure.

Foto: Simone Brockes

Mit diesem kleinen aber feinen Zug lässt es sich auch sehr bequem zum Fort Saint Elme bringen, etwa 350 Meter oberhalb von Collioure. Die Tour führt quer durch die Weinberge. Allein die Fahrt bis zur Burganlage lohnt sich. Oben angekommen, besteht die Möglichkeit das imposante Bauwerk, welches von Karl dem V. im Jahre 1552 erbaut wurde, zu besichtigen. Führungen werden in französischer als auch in englischer Sprache angeboten. Der Blick von dort oben ist einfach atemberaubend. Wer gut zu Fuß ist, kann das natürlich auch machen. Der Weg nach oben, als auch nach unten, führt durch eine Schlucht. Auf jeden Fall festes und gutes Schuhwerk tragen. Der schmale Pfad an sich ist nicht sehr beschwerlich, jedoch ist er relativ unwegsam: Felsbrocken, Geröll, und Schotter erschweren den Auf- bzw. den Abstieg. Ein bisschen gut zu Fuß sollte man schon sein. Nichts für Rheuma-oder Hüft- und Kniepatienten. Hat man die Hälfte des Weges nach unten Richtung Collioure geschafft, kommt man zwangsläufig an einer noch intakten alten Ölmühle vorbei. Die darum stehenden Olivenbaumhaine sorgen für angenehmen Schatten, gerade in der Sommerzeit. Bequemer geht’s natürlich mit dem kleinen Elektrozug zurück nach Collioure – ist aber bei weitem nicht so spannend und interessant.

Typische Wohnhäuser in Collioure. Einige können gemietet werden. Foto: Simone Brockes

Auf den Spuren von Henri Matisse und André Derain /

Die Stadt der Maler und die Wiege des Fauvismus

 

In der Kunstgeschichte wird der Fauvismus einer bestimmten Stilrichtung der Malerei zugeordnet. Der Begriff „Fauvismus“ bedeutet „wilde Bestien“, den der Kunstkritiker Louis Vauxcelles erschuf. Die Wurzeln des Fauvismus entstammen dem Impressionismus zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Zu den bekanntesten Malern dieser Stilrichtung gehören Henri Matisse, André Derain und Maurice de Vlamick.

1905 verbrachten Matisse und Derain den Sommer gemeinsam in Collioure. Dort vollzog sich der Übergang vom Postimpressionismus zum Fauvismus. Typisch für die meisten Werke sind ihre leuchtenden Farben sowie die Darstellung des Raums. Die Maler, zu denen unter anderem auch Albert Marquet, Charles Camion, Henri Manguin und Jean Puy gehörten, wollten mit der neuen Stilrichtung mit dem Impressionismus und dem Realismus brechen, um so ihren Werken mehr Dauer zu verleihen. Derain gilt neben Matisse als der führende Künstler des Fauvismus.

1907 löste sich der Fauvismus unter dem Vorstoß des von Pablo Picasso und Georges Braque eingeleiteten Kubismus auf. Auch an dieser Entstehung waren Matisse und Derain nicht unbeteiligt.

Heute erinnert in Collioure der „Chemin du Fauvisme“ - Der Weg des Fauvismus – an die dortige Entstehung innerhalb der Malerei. An 20 Stellen, an denen die Staffeleien von Matisse und Derain standen, sind Reproduktionen der dort entstandenen Gemälde angebracht. Ein besonderes Erlebnis für kunstbegeisterte Besucher.

Henri Matisse sagte einmal: „Es gibt in Frankreich keinen blaueren Himmel als in Collioure. Ich brauche nur die Fensterläden meines Zimmers zu schließen und ich habe alle Farben des Mittelmeers bei mir.“

Der Weg des Fauvismus eignet sich auch sehr gut, um so die schönsten und auch versteckten Gassen und Gässchen des Ortes kennenzulernen. Die Farben von Collioure sind Pink, Blau und Grün. In diesen Farben sind auch die meisten, sehr gepflegten Häuser, gestrichen.

Ein Bummel durch Collioure lohnt sich auf jeden Fall. Im unteren Teil des kleinen Städtchens reihen sich hübsche Geschäfte an anspruchsvolle Kunstgalerien. Billigen Ramsch findet man hier kaum. Stattdessen gibt es Keramikhandwerk aus eigener Produktion wie im „Casa Latina“ oder chice Boutiquen. Die Preise sind moderat und angemessen. „Wir haben bewusst darauf verzichtet, ein zweites Saint-Tropez zu werden“, erläutert Dominique Fabre vom ortsansässigen Tourismusbüro. „Bling-bling“, also überteuerten Luxus, sucht man bei uns vergebens.“

So konnte sich Collioure bis heute seine Ursprünglichkeit bewahren, ohne jedoch auf die Vorzüge des sanften Tourismus  verzichten zu müssen. Bettenburgen oder moderne Hotelbauten verbieten sich von selbst.

Diese Ursprünglichkeit spiegelt sich auch in der hier ansässigen, typisch katalanischen Küche wider. Um die Vielfalt und Köstlichkeit geschmacklich zu erfahren, lohnt sich unbedingt ein Besuch im „Casa Gala“, benannt nach der Muse des Künstlers Salvador Dalí, die ihn über 50 Jahre lang begleitete. In dieser kleinen, urgemütlichen Tapasbar, saßen bereits Dalí und Picasso, wie Fotos an den Wänden beweisen. Zwischen 4,50 Euro und 28,00 Euro kosten die jeweiligen ausgesuchten Spezialitäten. Wer zum ersten Mal kommt, sollte sich vom Inhaber Nicolas Bertrand verschiedene kleine Spezialitäten zusammenstellen lassen. Denn egal ob Muscheln, Schnecken, Kaninchen, Quiche, diverse Dipps, Desserts – alles ist frisch und köstlich zubereitet. Dazu die passenden Weine aus der Region.

Richtig gemütlich wird es ab 21 Uhr. Dann platzt das kleine Tapasrestaurant mit seinen 25 Plätzen im Innenraum und sechs Plätzen draußen vor der Tür, aus allen Nähten. Aber genau das macht die Urigkeit dieses Ambiente aus: Klein, intim – zwischen der Kunst des Lebens und der Kunst für die Kunst. Immer mit dabei: Der Chef höchstpersönlich, dem der Kontakt zu seinen Besuchern sehr am Herzen liegt. Hier offenbart sich das kleine Geheimnis der Colliourencque-Seele.

Genießen wie Gott in Frankreich

Wie fast überall in diesem Land üblich, besonders auch noch am Meer, kommen natürlich nur die besten und frischsten Zutaten in Topf und Pfanne. Mit Leib und Seele wird hier gekocht und gebrutzelt. Was am meisten begeistert, ist die Begeisterung, mit denen die Köche der jeweiligen Restaurants ihrer Kochleidenschaft frönen. Zwischen 18 und 25 Euro gibt es fantastische 3-Gänge Menus, die man sich auf den jeweiligen Speisekarten auch selbst zusammenstellen kann. Nicht selten wird der passende Wein dazu gleich mit serviert. Für französische Verhältnisse durchaus akzeptable Preise. Ob nun frische Dorade, zarter Wolfsbarsch, feiner Petersfisch, Tintenfisch, Muscheln, Langusten oder Garnelen, es wird mit Liebe gekocht und zubereitet. Das gilt auch für Fleischgerichte von Kalb, Rind oder Schwein. Garantiert nicht aus der Massentierhaltung.

Später vereinen sich frische Gemüse wie Zucchini und frittierte Zucchiniblüten, knackige Salate - mit und ohne Melonen oder Sternobst - auf wunderschön dekorierten Teller – fast zu schade, um zu essen. Das gilt selbstredend auch für die diversen Desserts – allesamt mehr als nur eine Sünde wert. Und dann sind da noch die feinen Weine aus der Region. Dass da ganz viel südfranzösische Sonne drin steckt, schmeckt auch der Laie. Egal ob Rosé-, Rot- oder Weißwein, die jeweiligen Tropfen sind mal weich und fruchtig, mal stark und kräftig. Aber sie steigen einem nicht in den Kopf, vorausgesetzt man versteht sie zu genießen.

Wie Weine entstehen, in all seinen Arbeitsschritten bis hin zur Verkostung, das zeigt die Winzerin Laetitia Pietri vor Ort in der Rue Pasteur, Voranmeldung empfehlenswert.

Handverlesen: Sardellenverabeitung nach Familientradition.

Foto: Simone Brockes

Eine Verköstigung ganz anderer Art bietet das „Haus der Sardellen“, in der Rue du Grenache 5. Seit 1870 werden in diesem Familienbetrieb die berühmten Anchovis verarbeitet – alles handverlesen. Bis zu zehn Mitarbeiterinnen puhlen täglich die Haut der frisch gefangenen Sardellen ab, sodass nur die feinen, Gräten freien Filets übrig bleiben, die nach überlieferter Handwerkskunst eingesalzen werden. Eine Arbeit, die viel Geschick und Geduld erfordert. Die Inhaber geführte Sardellenwerkstatt bietet einen kleinen Laden, indem die frischen Produkte probiert und erworben werden können. Montags bis freitags sind in der Zeit zwischen 8 und 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr, Besucher willkommen.

Es ließe sich noch weiter herrlich kulinarisch schwelgen und schwärmen. Doch ein bisschen Bewegung täte gut, ohne sich gleich zu überanstrengen.

Wie aus Oliven ein hochwertiges biologisches Olivenöl entsteht, erklärt Gildas gerne seinen interessierten Besuchern. Auf 12 Hektar, das sind 12.000 Quadratmeter, berhergt er gemeinsam mit seiner Frau Isabelle, Olivenbäume. Unter anderem dienstags und donnerstags ab 17 Uhr, von Mitte Juni bis Mitte September, kann man hier alles über das umfangreiche Procedere zum Thema "Olivenöl" erfahren. In einem kleinen Laden können diverse Olivenprodukte käuflich erworben werden. Neben dem klassischen Olivenöl, sei die raffinierte Olivenkonfitüre erwähnt. Außerdem vermietet das Ehepaar einige wenige, typisch für die Gegend, eingerichtete Besucherzimmer. So lebt man mit den Beiden und einigen Haustieren, quasi gemeinsam direkt am Meer und gleichzeitig inmiiten des imposanten Olivenhains. Wer mag, kann und darf bei der Olivenernte auch gerne mithelfen. Für viele Gäste ein ganz besonderes Erlebnis. Und: Besser und näher kann man mit Einheimischen nicht ins Gespräch kommen. Französischkenntnisse voraus gesetzt.

Weitere Informationen = siehe unten, unter Web-Adressen.

Foto: Simone Brockes

Nach so viel Kulinarik ein bisschen Kultur

So klein die Altstadt von Collioure auch sein mag, so groß sind die Sehenswürdigkeiten dieses ehemaligen Fischerdorfes. Ebenerdig spaziert der Besucher auf der Meerespromenade – von Bucht zu Bucht. Die alte Burganlage, auch als Templerburg bezeichnet, sollte zum Pflichtprogramm gehören. Ein Besuch der unterirdischen Gänge, die Besichtigung der Kapelle und des ehemaligen Königinnenschlafzimmers sowie des einstigen Gefängnisses, geben Aufschluss über das damalige Leben. Die ursprüngliche Burg wurde 981 von den Grafen des Roussillon errichtet. Anschließend stand der Ort unter der Herrschaft von Aragon. Aus dieser Zeit stammt auch die heutige Burg, 1173. Einst galt sie der Sommerresidenz der Könige von Mallorca. Die komplette und spannende Geschichte erfährt der Besucher bei Führungen oder informiert sich im Vorfeld in einschlägiger Literatur und natürlich im Internet.

Die alte Burgfestung mitten in Collioure. Foto: Simone Brockes

Nur wenige Schritte weiter, über die romantische Uferpromenade, erhebt sich die Wehrkirche Notre-Dames-des-Anges. Zwischen 1684 und 1691 wurde sie von dem Baumeister und Architekten Sébastien Le Prestre de Vauban (1633 – 1707), errichtet. Ihr Inneres birgt neun ungewöhnlich sehenswerte Schnitzaltare, die – wie auch der Hauptaltar – mit Blattgold überzogen sind. Erschaffen hat diese Altare 1698 der Katalane Joseph Sunyer. Der Glockenturm erinnert nicht zufällig an einen Leuchtturm. Tatsächlich hatte er einst diese Funktion.   

Die ehemalige kleine Insel Ilot St-Vincent, auf der eine kleine Kapelle und der heutige moderne Leuchtturm stehen, ist durch zwei kleine, frei zugängliche Strände mit der Kirche verbunden.

Ab an den Strand

Die kleinen Strandbuchten liegen direkt in Collieure. Foto: Simone Brockes

Collioure ist im Prinzip in vier Buchten aufgeteilt, die als Kiesel- und Sandstrände genutzt werden können. Es gibt hier keinen Sonnenliegenverleih, keine Strandbuden. Das ist sehr wohltuend. Liege und Co., müssen selbst mitgebracht werden. Abends, wenn die letzten Strandbesucher weg sind, liegen die kleinen Strände ruhig und leer, als hätte es dort nie Sonnenanbeter gegeben.

Zum Tauchen eignen sich die felsigeren Abschnitte, die die Strände begrenzen, wo  abwechslungsreiche Meeresfauna und –flora vorzufinden sind. In der Regel ist die Belegung dieser Strände nicht allzu groß. Kinder können unbeschwert am flachen Ufer planschen, während die Älteren ein ausgedehntes Sonnenbad genießen. Im Hintergrund der Buchten ragen die Ausläufer der Pyrenäen auf, die zu ausgedehnten Mountainbiketouren und Wanderungen einladen. Danach einen Sprung in das blaue, kristallklare Wasser des Mittelmeers, was braucht es mehr für unbeschwerte Urlaubsstunden? Wer weiße Sandstrände vorzieht, braucht sich nur wenige Kilometer westlich nach Argelès-sur-Mer begeben.

Blick auf die Hafen- und Strandbucht von Argelès-sur-Mer.

Foto: Simone Brockes

Der dortige sieben Kilometer lange Sandstrand lockt Sonnenhungrige an. Hier weht die „Blaue Flagge“, die für sauberes Wasser und ein möglichst ökologisches Müllmanagement vergeben wird. Eine breite Palette an Wassersport wird angeboten: Vom Parasailing bis hin zum Surf- oder Segelkurs gibt es hier fast alles. Und auch an die Kleinen wird gedacht: Für die unterschiedlichen Spieleinrichtungen und Aktivitäten am Strand erhielt Argelès-sur Mer die Auszeichnung als kindgerechter Ferienort.

Der „Plage du Racou“ schließt sich dem Hauptstrand an und befindet sich direkt am Dorf. So kann man hier in Strandnähe Restaurants und Läden besuchen, sodass man den Strand den ganzen Tag nicht verlassen muss. Der moderne Yachthafen mit seinen Ferienwohnungen aus dem Jahre 1992, mögen etwas retortenmäßig anmuten, passen aber dennoch gut ins architektonische Gesamtbild. Nur wenige Autominuten entfernt, liegt der alte, ursprüngliche Ort Argelès-sur-Mer mit einer quirligen und hübschen Altstadt, die unter anderem auch zwei sehenswerte kleine Museen beherbergt.

Der moderne Yachthafen in Argelès-sur-Mer.         Foto: Simone Brockes


Ein Bootsausflug nach Argelès-sur-Mer

Kleiner Platz in Argelès-sur-Mer. Foto: Simone Brockes

Die wohl schönste und angenehmste Fahrt von Collioure nach Argelès-sur-Mer, ist die Überfahrt entlang der Küste mit einem Boot. Nur so erlebt man die Weite des strahlend blauen Meeres, die tolle Perspektive auf die Küste mit den dahinter liegenden Pyrenäen sowie die Häfen von Port-Vendres, Collioure und eben Argelès-sur-Mer. Am Hauptquai von Collioure als auch im Tourismusbüro erfährt man die Abfahrtszeiten und Preise. Die Tour dauert etwa 45 Minuten.

Vom Meer aus hat man eine fantastsiche Aussicht auf die Bucht von Collioure und auf die dahinter liegenden Pyrinäen.                         Foto: Simone Brockes

 

Wer schon einmal in Argelès-sur-Mer ist, sollte auf jeden Fall das Wein- und Oliven- sowie Obstgut „Domaine Saint Thomas von Laurence und Pierre-Jean Savoldelli besuchen. Das Familienunternehmen bietet hervorragende Weine, inklusive Verkostung, als auch frischste Obstsäfte, nebst Obst und Gemüse sowie Olivenöl aus eigenem ökologischen Anbau. Besonders empfehlenswert sind die Aprikosensäfte und – confitüren. Neben den 20 verschiedenen Weinen, dem selbst hergestellten hochwertigen Olivenöl, dienen diese Produkte auch wunderbar als Mitbringsel – für sich oder für Freunde. In siebter Generation ist das Unternehmen längst zu einer Institution geworden. Jeden Mittwoch ab 9.30 Uhr sind Besucher willkommen und eingeladen – zum staunen und probieren.

Ein Teil des Olivenhains von Laurence und Pierre-Jean Savoldelli in Argelès-sur-Mer.                                                 Foto: Simone Brockes

Zurück nach Collioure geht es entweder in rund 15 Minuten mit dem Auto oder wieder mit dem Boot. Gerade abends, wenn die Küstenorte im Licht erstrahlen, hat das noch einmal einen ganz besonderen romantischen Charme.

Ein Erlebnis für Wanderer

Natürlich kann man tagsüber auch den Küstenpfad nehmen. Der nördliche Teil der katalanischen Küste zwischen dem Künstlerort Collioure und dem Naturschutzgebiet Cap de Creus mit der Künstlerenklave Cadaqués ist ein Wandergebiet der Extraklasse. Der Küstenpfad entlang der Ausläufer der Pyrenäen im heute französisch-spanischen Grenzgebiet zählt wohl zu den schönsten Wanderstrecken im Mittelmeerraum. 

Wer auf diesen alten Wegen entlang der Küste unterwegs ist, hat einen sagenhaften Blick auf das türkisfarbene Meer, entdeckt versteckte Buchten, sieht kreuzende Segelschiffe und Fischerboote. Es geht über Stein- und Felsformationen, vorbei an Pinien, Korkeichen, Eukalyptusbäumen und Macchia. Was für ein Duft, der einem permanent in die Nase steigt. Auch leichte und kurze Streckenabschnitte sind möglich, die somit auch von älteren Kindern und fitten Senioren problemlos zu bewältigen sind. Festes Schuhwerk ist jedoch empfehlenswert.

Ein Ausflug zum Fort Saint Elme, das rund 350 Meter über Collioure liegt, ist auf jeden Fall ein Besuch wert. Sei es zu Fuß oder mit dem kleinen touristischen Zug, der ab Collioure, direkt am Marktplatz startet.                 Foto: Simone Brockes

Kurz vor Schluss:

Sollten Sie nun Lust bekommen haben, dieses Mittelmeerkleinod einmal selbst zu besuchen, so denken Sie bitte daran, genügend Platz in Ihren Koffern zu lassen, um all die beschriebenen Köstlichkeiten und Kunsthandwerke mit nach Hause nehmen zu können. Die vorgestellten Produkte werden ausschließlich für Collioure und die nähere Umgebung hergestellt und sind nur bedingt übers Internet käuflich zu erwerben.

In der "Hostellerie des Templiers" hängen an die 3000 Original-Gemälde von verschiedenen Künstlern aus verschiedenen Epochen. Die Atmosphäre in diesem urigen Lokal muss man einfach gesehen und erlebt haben.

Foto: Simone Brockes

Text + Fotos: Simone Brockes

Text + Fotos unterliegen dem Urheberrecht und dürfen ohne schriftliche Genehmigung weder kopiert noch sonst in irgendeiner Form genutzt (digital) werden.


Steckbrief von Collioure:

  • Region: Occitanie Pyrenées-Mediterranee

  • Department: Pyrenées-Orientales

  • Einwohner: zirka 3200

  • Fläche: 1302 Hektar

  • Geografische Lage: Vermeille-Küste (Purpurküste)

  • GPS: Längengrad: 3.0726468 / Breitengrad: 42.5148006

  •  14 Hotels von 1 bis 5 Sterne

  • 2 Campingplätze

  • 250 Ferienwohnungen

  • 1 Apartment-Hotel

  • rund 30 Restaurants, zahlreiche Bars

(Stand: Oktober 2018)


Nützliche Links / Webadressen für Collioure:

Gut zu wissen:

Tourismusbüro von Collioure:

Adresse: Place du 18 Juin, 66190 Collioure

Telefon: +33 (0) 4 68 82 15 47

13 km vom Campingplatz – auch für Wohnmobile - la Sirène in Argelès-sur-Mer entfernt



ARGELÈS-SUR-MER:

 (Stand: Oktober 2018)

 

ATOUT FRANCE

Zeppelinallee 37

60325 Frankfurt am Main

Tel: +49 (0)69 97 58 01 39 

Fax: +49 (0) 69 74 55 56

www.france.fr l www.atout-france.fr  

 

Unser Buchtipp:

FRANKREICH mit dem Wohnmobil

Frische Brisen in der Bretagne, Weltkulturschlösser an der Loire, feinsandige Strände an der Côte d´Argent oder Inselglück auf Korsika? Die Routen dieses Wohnmobilführers bringen Sie zu den schönsten Plätzen Frankreichs. Bereisen Sie die faszinierende Vielfalt zwischen Mittelmeer und Atlantik. Mit getesteten Sightseeing- und Übernachtungstipps: vom günstigen Stellplatz über das erlebnisreiche Bauernhofcamp bis zur Luxusanlage mit Poollandschaft.


Autor / Fotograf: Thomas Cernak

Titel: Frankreich mit dem Wohnmobil

Verlag: Bruckmann

254 Seiten, zahlreiche Fotos + Tipps, Broschiert

Preis: 30,00 Euro, ISBN: 978-3-73430-933-5


Da die Küste um Collioure und Argelès-sur-Mer nach Osten ausgerichtet ist, lassen sich wunderschöne Sonnenaufgänge beobachten.

Foto: Simone Brockes

Nicht nur Naturfreunde kommen bei einem Spaziergang über den legendären Küstenpfad auf ihre Kosten...

Foto: Simone Brockes


www.presseagentur-brockes.de

simone.brockes@t-online.de