Bagni di Lucca. Das kleine aber feine Thermalbad liegt in einem Tal, umgeben von den apuanischen Alpen. Dazwischen verläuft der Fluß Lima.                    Foto: Simone Brockes



Liebe auf den zweiten Blick: 

La Garfagnana, unbekannte Toskana

 

Eine Landschaft, so schön wie im Märchen

Ideal für Wanderer, Mountainbiker und Reiter

...und Menschen, die die Ruhe und die Natur lieben...

 

 

Häuserfronten in Bagni di Lucca.                                                         Foto: Simone Brockes


Italien - und ganz besonders die „klassische“ Toskana zwischen Viarregio, Pisa, Florenz und Siena mit ihren sanften Hügeln und dem malerischen Licht - stellen eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen dar. Daneben gibt es jedoch Regionen, die nur wenige kennen, wie zum Beispiel die "La Garfagnana."

 Typisch italienisch.                                                      Foto: Simone Brockes


Nördlich von Lucca dehnt sich das Serchio-Tal aus, eine reizvolle Landschaft, reich an unberührten Naturschönheiten und lebhaften Kontrasten. Entlang den Ufern des Flusses Serchio, der parallel zum Meer zwischen den apuanischen Alpen im Westen und dem Appenin im Osten dahinfließt, erschließt sich dem Individualisten eine Gegend, die am besten zu Fuß, mit dem Mountain Bike oder auf dem Pferd zu entdecken ist. In der Garfagnana mit ihren zahlreichen malerischen Dörfern, die an den Hängen links und rechts des Serchio zu kleben scheinen, ist der Besucher fern vom Trubel des Massen-Tourismus. Dieser toskanische Landstrich eignet sich ideal zur Entspannung. Inmitten von Italienern mit traditionellem Lebensstil, wird der Gast mit unverdorbener Liebenswürdigkeit aufgenommen. Ein kleines Paradies für all diejenigen, die die Beschaulichkeit, die Ruhe und die Natur bevorzugen.

Die Garfagnana liegt nur einige Kilometer vom Meer und der ligurischen Küste entfernt. Dennoch sind die Strände von Viareggio, Forte di Marmi, Massa oder La Spezia nicht leicht zu erreichen. In einer Gebirgslandschaft mit Höhen von bis zu 2000 Metern in der gut ausgebaute Straßen teilweise fehlen, wird allein das Autofahren zum Erlebnis. Der Kontrast zwischen Meer und hohen Bergen, die nach Westen steil abfallen und sich nach Osten sanft zum Serchio ausdehnen, ist besonders reizvoll. So bieten die apuanischen Alpen Wanderern und Berginteressierten zu allen Jahreszeiten eine Vielzahl schöner Touren. Beliebt sind der Monte Pisano (1947 m), der Monte Sumbra oder die „Pania delle Croce“ (1859 m), die „Königin der Apuanischen Alpen“, nur 15 Kilometer vom Meer entfernt. Bei klarem Wetter genießt man einen atemberaubenden Rundblick nach Westen zum Meer und nach Osten über das fruchtbare Tal des Serchio und den Appenin. Bergsteiger bevorzugen das Gebiet des Monte Procinto (1174 m) mit Routen der höchsten Schwierigkeitsgrade, während es Höhlenforscher nach Monte Corchia zieht.

 

Idylle auf dem Hügel.                                                                            Foto: Simone Brockes

Die Toskana im Herbst

Die schönste Jahreszeit für die Garfagnana ist sicherlich der Herbst. Dann lockt sie mit Sonne, angenehmen Temperaturen und ihren in sanftes Licht getauchten bunten Wäldern voll von Esskastanien, Beeren und schmackhaften Pilzen. Die Städte Barga und Castelnuovo di Garfagnana sind die bekanntesten Orte dieser Gegend, neben dem berühmten alten Thermalkurort Bagni die Lucca. Einst galt dieser Europa weit als das berühmteste Thermalbad. „Ich habe nie ein reizenderes Tal gesehen, als dieses“, schrieb 1829 Heinrich Heine in seinem Reisebild „Die Bäder von Lucca“. Oberhalb des Ortes kleben die kleinen Dörfer wie Monti di Villa oder Montefegatesi wie Adlerhorste an den steilen Abhängen der Berge. 200, vielleicht 300 Seelen bewohnen die aus dem Mittelalter stammenden Steinhäuser. In Monti di Villa leben gerade einmal nur noch 36 Menschen. Dazu zählen nicht diejenigen, die dort ihre Ferienhäuser haben.

Weit ab von der hektischen Zivilisation, scheint sich in den letzten 700 Jahren hier nicht viel geändert zu haben. Fax und E-Mail werden nicht benötigt. Fast schämt man sich für seinen mitgebrachten Laptop. Nachrichten werden hier von Mario, dem Lebensmittelhändler aus dem Dorf Riolo, hinauf- und ebenso hinunter ins Dorf getragen. Einmal pro Woche rattert seine dreirrädige „Ameise“ die steilen Bergstraßen hinauf, um die Bewohner mit Lebensmittel und Hygieneartikel zu versorgen – vorausgesetzt die Wetterverhältnisse lassen dies zu.

 

Leben am Fluß Lima in Bagni di Lucca.                                             Foto: Simone Brockes


Opernsänger aus Florenz und Genua haben hier ihr neues zu Hause gefunden. Stressgeplagte Banker aus dem ewig schwülen Mailand verbringen mit ihren Familien in dieser Abgeschiedenheit die Ferien. Da viele der Bergbewohner ihre Heimat verlassen haben, um in den nahe gelegenen Städten Arbeit zu finden, stößt man häufig auf leerstehende und zum Teil verfallene Häuser. Für einen Spottpreis kann man diese käuflich erwerben. Jedoch verdoppelt sich der Preis angesichts der Tatsache, dass in den meisten Wohnungen kein fließendendes Wasser vorhanden ist. Auch Stromleitungen müssen fast überall gelegt werden. Auch beginnt dann der Kampf gegen den Schimmel. Handwerkliches Geschick und ein solides Grundkapital sind von Vorteil.

Kleines Bergdorf oberhalb von Bagni di Lucca.                              Foto: Simone Brockes

 

Entdecken, erleben und entspannen

Wer Tagestouren in die Bergdörfer plant, übernachtet in Hotels und Pensionen der verschiedenen Kategorien, die sich im Tal des Serchio befinden. Auch Campingfreunde kommen auf ihre Kosten. Romantische Plätze gibt es fast überall.

Wer hier seinen Urlaub verbringt, sollte sich Zeit nehmen, öffnet sich die Region dem Interessierten oft erst auf den zweiten Blick. Viele Kleinode und Schönheiten gilt es zu entdecken, wie zum Beispiel die Städte Castelnuovo (Hauptort der Garfagnana), das mittelalterliche Barga und die Ponte del Diavolo (Teufelsbrücke) in der Nähe von Borgo da Mozzano, zirka drei Kilometer südlich von Bagni di Lucca. In unterschiedlich großen Bögen überspannt sie den aufgestauten Serchio. Das kühne Bauwerk hat allen Fährnissen der Geschichte getrotzt. Vielleicht nennt man es deshalb ein Werk des Teufels.


 

Klein, qurilig, fröhlich: Bagni di Lucca. Noch aber ist Siesta.          Foto: Simone Brockes


Wie in Italien üblich, kommen auch die Gaumenfreuden in der Garfagnana nicht zu kurz. Wer gerne gut und traditionell italienisch isst, wird hier auf seine Kosten kommen. In einem der vielen kleinen Restaurants und Trattorien, wo noch die ganze Familie des Besitzers zusammenarbeitet, um den Gast rundum zu verwöhnen, werden die typischen Gerichte wie Wildschwein, Kaninchen und Pilze angeboten. Natürlich fehlen auch nicht die köstlichen Nudelgerichte. Dazu passen die Weine der Toskana. Die Preise sind günstig und beuteln auch keine vierköpfige Familie.

 

Typisches Berghaus in der La Garfgnana, oberhalb von Bagni di Lucca. Da fehlen auch nicht die Zypressen.                                                                            Foto: Simone Brockes


Wer hier seine Ferien verbringt, der möchte entdecken, erleben und entspannen, in einer Welt, die nur in Märchen schöner beschrieben werden könnte, hat man sie einmal selbst gesehen.

Im Winter, wenn die kleinen Bergdörfer in Schnee gehüllt sind, glaubt man wirklich in einer verzauberten Märchenwelt zu sein. Und die wunderbare Stille wird noch stiller. Bei klarem Himmel scheinen die Sternen zum greifen nahe zu sein. Stern an Stern reiht sich am unendlichen Horizont. Es ist fast unbeschreiblich. Das muss jeder für sich einmal selbst erlebt haben.

Und keine Angst vor der Ruhe und Beschaulichkeit: In nur knapp einer Stunde ist man wieder in der „realen Welt“ mit ihren Autos, den Computern, den gerade betonierten Straßen. Die Garfagnana ist eben Liebe auf den zweiten Blick, der man sich im Anschluss kaum mehr entziehen kann.

©Simone Brockes

Bagni die Lucca wird druch den Fluß Lima in zwei Hälften geteilt. Die kleine Brücke gilt als die ältste in der Toskana.                      Foto: Simone Brockes

                                                                                                               

INFORMATIONEN:

Anreise:

Mit dem Pkw von Deutschland aus kommend, nimmt man entweder die Straße über den Brenner bis Modena, oder man durchfährt den St. Gotthard Tunnel Richtung Mailand, Bologna. Ab hier geht’s Richtung Florenz oder westlich über Parma und La Spezia. Nach Castelnuovo kommen Sie am besten über die Landstraße, indem Sie die Autobahn bei Modena Nord verlassen und über den Passo di Radici fahren. Dazu gibts gratis wunderbare Eindrücke.


Mit der Bahn kann man von Deutschland aus direkt bis Lucca oder Castelnuovo fahren.


Wer mit dem Flugzeug aus Deutschland anreist, fliegt idealerweise bis Mailand oder München und steigt dort um in eine kleinere Maschine bis Pisa. Je nach Tagesangebot im Internet, gehen die Flüge aber auch über fast alle deutschen, österreichischen und schweizerischen Flughäfen.


Reisezeit:

Die Region in und um Bagni di Lucca, die hoch gelegenen Bergdörfer, sind zu jeder Jahreszeit sehens- und entdeckenswert. Das Klima, die Luft, einfach fantastisch. So klar, so frisch, so rein.



 

Einer der beiden Hauptraßen in Bagni di Lucca.                              Foto: Simone Brockes
    

Der Fluß Lima mit seinen Strömungen. Aufgrund von Regenmangel hat der sonst so rauschende Strom zu wenig Wasser.                                           Foto: Simone Brockes



BUCHTIPP:

Oh, diese Italiener!

Über wohl kaum ein anderes Land wird so viel geschrieben und gesprochen wie über Italien. Zum einen, weil Italien eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen ist, zum anderen, weil kaum eine andere Küche den Gaumen der Welt so getroffen hat wie die italienische. Aber dieses Buch ist nicht noch ein Kochbuch zu Italien, sondern beleuchtet DIE Italiener wenn es sie denn überhaupt gibt. Viele Anekdoten und Gegebenheiten aus Gesellschaft und Politik ergeben ein Bild vom Land und seinen Bewohnern, die so verschieden sind wie in Deutschland die Friesen, Rheinländer und Bayern. Die ersten Italienberichte von deutschen Reisenden beschrieben unter anderem die mangelnde Reinlichkeit und eine eher entspannte Einstellung zum Arbeiten und Leben - ganz gegensätzlich zu den deutschen Tugenden Fleiß, Disziplin und Pünktlichkeit. Viele dieser Vorurteile halten sich hartnäckig bis heute - mehr oder weniger zu Recht, was Beobachtungen und Zahlen belegen. Die beiden Autoren beantworten viele Fragen, die sich Italienbesucher immer wieder stellen: Stimmt es, dass man nach dem Abendessen keinen Cappuccino trinken darf? Muss man tatsächlich nach jedem Einkauf - auch einer Flasche Wasser - den Kaufbeleg aufbewahren? Ist es pädagogisch sinnvoll, wenn Mütter ihr Leben lang die Wäsche für ihre Söhne waschen? Und wie schaffen es die Italiener, mit mehreren Handys gleichzeitig zu telefonieren? Das Buch beschreibt italienische Eigenarten anhand von Anekdoten, aktuellen Zahlen und eigenen Beobachtungen. Dabei bleiben einige Vorurteile auf der Strecke, aber manche Klischees erweisen sich auch als wahr.


Autoren: Idhuna und Wolfgang Barelds

Titel: Oh, diese Italiener! / Amüsantes und Aufschlussreiches über die Bewohner des Stiefels

Verlag: Conrad-Stein Verlag / aus der Reihe "Nachbarschaften"

64 Seiten, Taschenbuch

Prreis: 5,90 Euro, ISBN: 9783-86686-801-4




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