Romantische CinqueTerre : Ligurien von der schönsten Seite 

 

 

Sie gehört wohl zu dem bekanntesten Geheimtipp unter den Italienfreunde. Obwohl Zeitschriften und das Feuilleton immer wieder mal über dieses Gebiet schreiben, so ist sie doch noch ein relativ unbekanntes Gebiet: Die Cinque Terre, der Golf der Poeten, im äußersten Süden der ligurischen Küste. Etwa 80 Kilometer südlich von Genua liegen die fünf berühmten Dörfer „Monterosso“, „Vernazza“, „Corniglia“, „Manarola“ und „Riomaggiore“. Bis vor einigen Jahren waren diese nur mit der Bahn, dem Schiff oder zu Fuß erreichbar. Heute führen kurvige Stichstraßen zu den Orten. Diese sind jedoch so mühselig zu befahren, dass die Cinque Terre, die fünf Erden, wie dieser Landstrich übersetzt wird, weitgehend autofrei geblieben ist.

 Das alte Piratendorf Vernazza in den Cinque Terre.       Foto: Simone Brockes

 

Die Dörfer aus dem Mittelmeer-Bilderbuch sind unbedingt eine Reise wert. Da fehlt wirklich  

nichts. Farbige Häuser, in abenteuerlichen Verschachtelungen direkt auf den Fels gebaut. Kleine Plätze und viele bunte Boote, die beschaulich auf den Wellen schaukeln, versetzen den Besucher in eine andere Welt, in ein völlig anderes Italien. Winklige und schattige Gässchen,Treppenwege, Torbögen und Geranien in Terrakotta Töpfen; die obligate Wäsche quer über die schmalen Straßen, Fischernetze und Müßiggang: Italienische Idylle wie sie italienischer nicht sein kann. Ein bis zu 800 Meter ansteigender Höhenzug unmittelbar am Meer. Stufenförmig abfallende Hänge auf dem die Weinreben wachsen, Orangen- und Olivenbäume, der Duft von frischen Kräutern mischt sich mit dem Parfum der Macchia, und der azurblaue Himmel, der sich selbstgefällig im Meerwasser spiegelt. Mittelmeer-Bilderbuch eben – das ist die Cinque Terre.

 

Monterosso ist der größte Ort. Rund 1700 Einwohner leben direkt am Meer. Der lange Sandstrand lädt  zum sonnen und faulenzen ein. Aber das richtige Cinque Terre Gefühl stellt sich erst in Vernazza ein. Dieses alte und bunte Piratendorf ist Ligurien par exellence. Eine Italienreportage ohne diesem pittoresken Örtchen wäre wie Rom ohne Papst. Hier will man gar nicht mehr weg. Vernazza ist atemberaubend schön. Ganz anders präsentiert sich hingegen das rustikale Corniglia. Dieser Ort nimmt unter denCinque-Terre-Dörfern eine Sonderstellung ein: Es liegt nicht direkt am Meer, sondern auf einem Felsen, hoch über dem Meer. Das macht den besonderen Charme von Corniglia aus. Um ans Meer oder zum Bahnhof zu gelangen, muss man unzählig viele Treppenstufen hinab steigen – und auf dem Rückweg wieder hinauf. Weil dies vielen zu anstrengend ist, blieb das Dörfchen vom Touristenstrom bewahrt. Somit besitzt es auch kein Hotel. Wer absolute Ruhe sucht – hierfindet er sie. Manarola und Riomaggore liegen direkt am Meer. Im erstgenannten Dorf erhebt sich der schönste Ortsteil südlich des Hafens auf einem kleine Felsen über dem Meer. In Riomaggiore führt eine relativ breite Hauptstrasse zum Hafen. Von hier aus gelangt man auch schnell nach La Spezia. Mit dem Zug dauert es keine 10 Minuten. In der quirligen Stadt laden attraktive Geschäfte und bunte Märkte zum bummeln und einkaufen ein. Im Gegensatz zu Vernazza  haben die Orte keine Piazza am Meer.  

Für Wanderbegeisterte ist die Cinque Terre ein absolutes Muss. Quer durch die steilen Berge windet sich ein  kleiner, gut begehbarer Pfad, der einen Ort mit dem anderen verbindet.

 

Frühling, Sommer,

Herbst oder Winter?

 

 

 

Portovenere ist ein weiterer Höhepunkt unter den Riviera-Orten. Es kann sich durchaus mit den Cinque-Terre Dörfern Portofino und Camogli vergleichen. Besonders eindrucksvoll sind die dem Hafen zugewandten vielfarbigen Häuserfassaden. Ankommen in Portovenere ist am schönsten mit dem Schiff von Montorosso aus oder zu Fuß von Riomaggiore.  

In die Cinque Terre kann man zu jeder Jahreszeit reisen. Zum wandern eignen sich jedoch besser die Monate, in denen es nicht so heiß ist. Touristenfrei ist die Region in der Zeit  zwischen Januar und vor Ostern. Ab dann wird’s voll.  

Das schönste Klima erwartet den Reisenden im September und Oktober. Man kann noch schwimmen, und mit Temperaturen zwischen 18 und 23 Grad ist es angenehm warm. Jetzt beginnt auch die Wanderzeit und die Weinernte. In der Macchia blüht der Erdbeerbaum.  

Die Unterkunft sollte auf jeden Fall vorbestellt werden. Gute Restaurants und hübsche kleine Hotels sorgen dafür, dass es dem Gast an nichts fehlt.

Die Cinque Terre ist ein Küstenlandstrich für die Sinne: Einfach nur dasitzen, schauen, wandern, essen, baden – es sind die einfachen Dinge, mit denen man den Cinque Terre näher kommt. Vielleicht macht das ihren Reiz aus.  

Es ist eine Landstrich für Genießer, die jeglichen Stress hinter sich lassen, falls sie diesen jemals kannten.

Die Hafenstadt Portovenere 

                                                                        

                                                                                            

 

Text und Fotos: © Simone Brockes

www.simone-brockes.de 

 

BUCHTIPPS:

 

 

Gut Leben 
Unterkommen, Einkehren, Ausgehen: Empfehlungen von einfach bis edel. Reizvolle Ausflüge, wo baden, was einkaufen?

Wanderungen
Die schönsten Küstenwanderungen in den Cinque Terre und fünf Routen am Vorgebirge von Portofino. Extra: Der 9 Tage Fernwanderweg Genua - Portovenere.

Hintergründe
Zwischen Bruchsteinidyll und Disney Terre - die Geschichte und die aktuelle Situation der kleinen Orte am Meer.

 

Der Autor Christoph Hennig

Geb. 1950, lebt in Bologna und in den Cinque Terre als Reisebuch-Autor und Publizist. Hennig veranstaltet und leitet seit 21 Jahren Wanderreisen in Italien. Sein Cinque Terre Buch wurde 2007 vom italienischen Toursitenbüro (ENIT)  als bester deutsprachiger Italien-Reisefüher ausgezeichnet.

 

Autor: Christoph Hennig

Titel: Cinque Terre / Ligurische Küste / Landschaft, Touren, Gastronomie

Verlag: Oase

384 Seiten, Taschenbuch, durchgehend farbig

Preis: 23,00 Euro, ISBN: 978-3-88922-062-2 


Oh, diese Italiener!

Über wohl kaum ein anderes Land wird so viel geschrieben und gesprochen wie über Italien. Zum einen, weil Italien eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen ist, zum anderen, weil kaum eine andere Küche den Gaumen der Welt so getroffen hat wie die italienische. Aber dieses Buch ist nicht noch ein Kochbuch zu Italien, sondern beleuchtet DIE Italiener wenn es sie denn überhaupt gibt. Viele Anekdoten und Gegebenheiten aus Gesellschaft und Politik ergeben ein Bild vom Land und seinen Bewohnern, die so verschieden sind wie in Deutschland die Friesen, Rheinländer und Bayern. Die ersten Italienberichte von deutschen Reisenden beschrieben unter anderem die mangelnde Reinlichkeit und eine eher entspannte Einstellung zum Arbeiten und Leben - ganz gegensätzlich zu den deutschen Tugenden Fleiß, Disziplin und Pünktlichkeit. Viele dieser Vorurteile halten sich hartnäckig bis heute - mehr oder weniger zu Recht, was Beobachtungen und Zahlen belegen. Die beiden Autoren beantworten viele Fragen, die sich Italienbesucher immer wieder stellen: Stimmt es, dass man nach dem Abendessen keinen Cappuccino trinken darf? Muss man tatsächlich nach jedem Einkauf - auch einer Flasche Wasser - den Kaufbeleg aufbewahren? Ist es pädagogisch sinnvoll, wenn Mütter ihr Leben lang die Wäsche für ihre Söhne waschen? Und wie schaffen es die Italiener, mit mehreren Handys gleichzeitig zu telefonieren? Das Buch beschreibt italienische Eigenarten anhand von Anekdoten, aktuellen Zahlen und eigenen Beobachtungen. Dabei bleiben einige Vorurteile auf der Strecke, aber manche Klischees erweisen sich auch als wahr.


Autoren: Idhuna und Wolfgang Barelds

Titel: Oh, diese Italiener! / Amüsantes und Aufschlussreiches über die Bewohner des Stiefels

Verlag: Conrad-Stein Verlag / aus der Reihe "Nachbarschaften"

64 Seiten, Taschenbuch

Prreis: 5,90 Euro, ISBN: 9783-86686-801-4



 

 

Auf Reisen zu Italiens Traumgärten

  

 

Italiens Kunst und Architektur sind Anziehungspunkte für Besucher aus aller Welt. Und seine Gärten sind wahre Paradiese. Im Laufe der Jahrhunderte sind grüne Kostbarkeiten entstanden, die jeden in ihren Bannziehen. Die sensiblen Fotos von Derry Moore fangen ihre außergewöhnliche Atmosphäre ein. Italiens schönste Gärten zeigt wunderbare Parks, auch dieu nbekannten Kleinode werden portraitiert.

 

Autor: Monty Don und Derry Moore

Titel: Italiens schönste Gärten

Verlag: blv

224 Seiten, 151 Farbfotos, eine Übersichtskarte, Hardcover

Preis: 39,95 Euro, ISBN: 978-3-8354-0895-1

 

 

 Ein Balkon in Corniglia, Cinque Terre.                                       Fotos: Simone Brockes

 

 

 

 ALLE Reisen und Themen unter:www.presseagentur-brockes.de

 

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