KZ Majdanek, Polen.                                                                           Foto: Simone Brockes 

 

 

 

MEMOIREN VON HOLOCAUST-ÜBERLEBENDEN

UND WEITERE BÜCHER ZUM THEMA

 


Ich bin ein Zebra

Der jüdische Humor und seine Witze vermengen sich in Erwin Javors Erzählung wie ein Mosaik mit Geschichte und per sönlichen Geschichten aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Es ist ein Buch über ostjüdische Identität im Lauf der Generationen: subjektiv, ironisch, kritisch, lachend, weinend und liebevoll. Eine jüdische Familiengeschichte der ganz besonderen Art.
Vom Schtetl nach Budapest, von Budapest nach Wien und nach Israel führt Erwin Javors Zeitreise. Sie ist eine Liebeserklärung an seine Eltern, deren Geschichten und Erzählungen über eine heute verlorene Welt ihn geprägt haben. Das Schtetl ist, mit Sehnsucht verklärt, im kollektiven jüdischen Gedächtnis immer noch präsent. Doch diese versunkene Welt war auch hart und erbarmungslos, und gerade daraus entstand der jüdische Humor. Was ist an ihm so besonders, warum bringt er uns zum Lachen? Weil hinter jeder guten Pointe, wie bei jeder guten Komödie, immer auch ein Stück Tragödie steht.


Autor: Erwin Javor

Titel: Ich bin ein Zebra / Eine jüdische Odyssee

Verlag: Amalthea

256 Seiten, Hardcover

Preis: 25,00 Euro, ISBN: 978-3-99050-092-7


Opa, wie war das damals mit den Juden?

Toleranz gegenüber anderen Völkern, Rassen und Religionen ‒ das ist die Kernaussage dieses Buchs, das die wechselvolle Geschichte des jüdischen Volkes von den Anfängen bis zur Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 beschreibt. Im Mittelpunkt steht das Schicksal der Juden im Zweiten Weltkrieg: Dem Regime der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler fielen Millionen Juden zum Opfer. Viele heutige Jugendliche wissen nichts oder wenig über diese Zeit des Schreckens und der Verfolgung. Helmut J. Kislinger erzählt als Zeitzeuge, wie er die Judenhetze erlebt hat. Davon ließ er sich nicht anstecken. Er berichtet, wie Rechtsextremismus und Rassismus auch heute noch um sich greifen. Mit seinem Buch will er ein Zeichen setzen: Das Unrecht, das den Juden angetan wurde, darf nicht in Vergessenheit geraten. Vor allem die Jugend möchte er vor autoritären Ideologien warnen: Lasst euch nicht vereinnahmen ...


Autor: Helmut J. Kislinger

Titel: Opa, wie war das damals mit den Juden?

Verlag: Ennsthaler

72 Seite

Preis: 9,90 Euro, ISBN: 978-3-85068-970-0



Der SS-Arzt und die Kinder vom Bullenhuser Damm

„Es gibt Leute, die sagen, man muss vergessen können. Wie kann man seine Kinder und seinen Mann vergessen? Könnten Sie das?“, fragte Rose Grumelin den Journalisten Günther Schwarberg im Interview über ihre Kinder Eleonora und Roman. Beide wurden am 20. April 1945 mit 18 anderen jüdischen Jungen und Mädchen im Keller einer Hamburger Schule auf barbarische Weise ermordet. An den Kindern – die jüngsten fünf, die ältesten zwölf Jahre alt – hatte der KZ-Arzt Kurt Heißmeyer monatelang pseudowissenschaftliche Experimente durchgeführt, sie mit Tuberkulose infiziert, ihnen die Lymphdrüsen herausoperiert. Kurz vor Kriegsende bekam SS-Obersturmbannführer Arnold Strippel per Fernschreiben den Befehl, „die Abteilung Heißmeyer aufzulösen“, was nicht weniger hieß, als den Kindsmord einzuleiten und alle Beweise zu vernichten.
Günther Schwarberg erzählt die traurige Geschichte der Kinder vom Bullenhuser Damm in einem ebenso sachlichen wie sensiblen Ton. In jahrelanger Arbeit ist er den Spuren der Kinder nachgegangen, hat Eltern und Geschwister ausfindig gemacht, die grausame Tat und ihre Hintergründe bis ins Detail rekonstruiert. Zu seiner Recherche gehören auch die juristischen Nachspiele der Taten im Nachkriegsdeutschland, die bis heute Fragen aufwerfen.


Autor: Günther Schwarzberg

Titel: Der SS-Arzt und die Kinder vom Bullenhuser Damm

Verlag: Steidl

224 Seiten, gebundene Ausgabe, einige s/w-Fotos

Preis: 18,00 Euro, ISBN: 978-3-86930-837-1



Finsternis in Deutschland / Was die Deutschen dachten

Wie gerät ein ganzes Volk in die Fänge des Extremismus und was denken ganz normale Menschen darüber? Ein hochaktuelles Buch! Immer wieder reist die in England lebende Ernestine Amy Buller nach Deutschland und führt hier, insbesondere zwischen 1934 und 1938, intensive Gespräche mit Menschen unterschiedlicher Gesellschaftsschichten. Sie möchte verstehen, warum in einem so kultivierten Land so viele Menschen der Nazi-Ideologie verfallen konnten. Ihre Gespräche mit Offizieren, Studenten,Hausfrauen, Beamten, Pastoren, aristokratischen Großgrundbesitzern u.v.a. veröffentlicht sie 1943 in England unter dem Titel »Darkness over Germany«. Die Stimmen dieser Zeitzeugen sind weitaus differenzierter, als wir vielleicht annehmen würden. Das Buch nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit und lässt uns an Diskussionen teilhaben, als hätten wir sie selbst erlebt. Es ist eine echte Entdeckung.


Autor: Ernestine Amy Buller / Prof. Kurt Barling, (HG)

Titel: Finsternis in Deutschland / Interviews einer Engländerin 1938-38

Verlag: Elisabeth Sandmann

352 Seiten, gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag

Preis: 24,95 Euro, ISBN: 978-3-945-54309-2





Memoiren

"Wie kann ich das alles beschreiben?«, fragt Peter Lebovic zu Beginn seiner »Erinnerungen aus dem längsten Jahr meines Lebens«, das ihn 1944 nach Auschwitz, ins Warschauer Ghetto und nach Dachau führte. »Wie kann man Hunger, Demütigung, Schläge, Angst, Schmutz, all die Grausamkeiten, die ganze Atmosphäre schildern?"

15 Überlebende des Holocaust erinnern sich in diesem Projekt an ihre Zeit in deutschen Konzentrationslagern, an ihr Überleben, ihr Weiterleben in der Schweiz und anderswo, jeder und jede für sich, die eigene Geschichte und doch gemeinsam.

Entstanden ist eine einzigartige Dokumentation der letzten Zeugen des Holocaust. Jedes dieser Zeugnisse ist von einem Bild von Gerhard Richter begleitet. 15 Hefte. 15 Bilder.

 

Autoren:

  • Nina Weilova
  • Ernst Brenner
  • Peter Lebovic
  • Jake Fersztand
  • Sigmund Baumöhl
  • Gábor Hirsch
  • Gábor (Neumann) Nyirö
  • Ivan Lefkovits
  • Arnost Schlesinger
  • Hana und Hanus Arend
  • Andreas Sas
  • Klaus Appel
  • Fabia Gerson
  • André Sirtes
  • Christa Markovits

Titel: "Mit meiner Vergangenheit lebe ich" / Memoiren von Holocaust-Überlebenden

Verlag: Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag

995 Seiten insgesamt. Mit 15 Bildern von Gerhard Richter, 15 Bänden

Preis: 79,00 Euro, ISBN: 978-3-633-54277-2  

 

Die Geschichte eines vergessenen Helden aus Deutschland   

Alfred (Fredy) Hirsch, 1916 als Sohn eines Lebensmittelgroßhändlers in Aachen geboren, ist Jude und homosexuell. Nach dem Machtantritt Hitlers 1933 beginnen die Schwierigkeiten und der Kampf um das Überleben. Denn niemand ist gefährdeter als er. Hirsch flieht nach Prag, schließt sich der zionistischen Jugendbewegung an, wird bald zu einer zentralen Figur für die jüdischen Kinder, organisiert für sie große Sportfeste. Als die Deutschen in Prag einmarschieren und jüdische Kinder keine Parks, Freizeitstätten und Sportanlagen mehr besuchen dürfen, hilft Fredy Hirsch, so viele Kinder wie möglich außer Landes zu bringen oder nach Palästina auswandern zu lassen. Er selbst schafft es jedoch nicht mehr Tschechien noch zu verlassen. Er kümmert sich nun umso mehr um diejenigen, die, wie er selbst, zurückbleiben mussten: zunächst im KZ Theresienstadt, wo er sich als Funktionär um Unterbringung sowie um das psychische und physische Wohl der jüngsten Häftlinge kümmert, später in Auschwitz-Birkenau. Bis zu dem Tag, an dem fest steht, dass „seine“ Kinder in den Gaskammern sterben werden. Als er aufgefordert wird, einen Aufstand verzweifelten KZ-Insassen anzuführen, ist ihm bewusst, dass er selbst als einziger am Leben bleiben könnte.

 

Autor: Freddy Hirsch

Titel: Fredy Hirsch und die Kinder des Holocaust / Die Geschichte eines vergessenen Helden aus Deutschland

Verlag: Orell Füssli

256 Seiten, gebundene Ausgabe, mit Schutzumschlag

Preis: 19,95 Euro, ISBN: 978-3-280-05588-5  

 

 

 

Der Henker: Leben und Taten des SS-Hauptsturmführers Amon Leopold Göth

Hochgewachsen, elegant ist er, ein wahrer Wiener Gentleman, interessiert an Literatur und Musik ein Traum von einem Mann . Im Frühjahr 1940 verlässt Amon Leopold Göth die Familie und bricht auf in den Gangster Gau des großmäuligen Hans Frank, hier winken Abenteuer und Karriere: Im Februar 1943 wird Göth zum Kommandanten des Zwangsarbeitslagers Plaszów bei Krakau ernannt. 500 Tage wird er als König von Plaszów herrschen, Herr über Leben und Tod sein, gefürchtet von Zehntausenden, die schutzlos seiner entsetzlichen Lust am Abknallen und Umlegen ausgesetzt sind ...  

Johannes Sachslehner zeichnet das packende Porträt eines Mannes, der in den österreichischen Geschichtsbüchern zwar noch immer verschwiegen wird, international aber nicht zuletzt durch Steven Spielbergs oscargekrönten Film Schindlers Liste als Inbegriff des Nazi-Bösen gilt. Ein beklemmender Geschichts-Thriller, der in die zynische Welt eines SS-Mörders führt, in der das Töten Alltag und das Überleben zum Wunder wurde.

 

Autor: Johannes Sachslehner

Titel: Der Henker: Leben und Taten des SS-Hauptsturmführers Amon Leopold Göth

Verlag: Styria Premium

40o Seiten, Taschenbuch 

Preis: 18 Euro, ISBN: 978-3-222-13416-6 

 

 

 

Odilo Globocnik - Hitlers Manager des Todes

SS-Brigadeführer Odilo Globocnik ist ­Manager: Manager des Todes. Seine Geschäfte sind der millionenfache Massenmord und der Raub jüdischen Eigentums. Reichsführer-SS Heinrich Himmler protegiert den ehrgeizigen Kärntner und bewundert seine Energie, Joseph Goebbels fasziniert seine barbarische Methode , Hitler lässt den fanatischen Antisemiten wohlwollend gewähren: Odilo Globocnik, ab November 1939 SS- und Polizeiführer im Distrikt Lublin, entwickelt fantastische Pläne zur Verdeutschung des eroberten Landes. Sein monströser Vorschlag zur physischen Vernichtung der polnischen Juden durch Giftgas findet im Herbst 1941 rasch die Zustimmung Berlins, ab dem März 1942 rollen die Todeszüge in die neu errichteten Vernichtungslager Belzec, Sobibór und Treblinka. Mit der von Globocnik geleiteten Aktion Reinhardt erreicht der industrielle Massenmord eine bisher noch nie da gewesene Dimension. Bis zum September 1943 sterben allein in den Gaskammern etwa 1,5 Millionen Menschen. Globus , wie er von seinen Freunden genannt wird, kennt keine Rücksicht und keine Reue. "Zwei Millionen ham ma erledigt", wird Globocnik im Mai 1945 mit zynischer Brutalität feststellen, er selbst mit dem Regime untergehen ...

 

Autor: Johannes Sachslehner

Titel: Zwei Millionen ham'ma erledigt / Odilo Globocnik / Hitlers Manager des Todes

Verlag: Styria Premium

368 Seiten, gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag

Preis: 24,99 Euro, ISBN: 978-3-222-13449-4